„Wir schwimmen gegen den Strom“ – Projekttag für Vielfalt und Toleranz am Gymnasium Finkenwerder

Unter dem Motto „Wir schwimmen gegen den Strom – zusammen für Vielfalt und Toleranz“ fand am 6. Februar am Gymnasium Finkenwerder ein schulweiter Projekttag statt. Alle Jahrgangsstufen von Klasse 5 bis zur Oberstufe beteiligten sich an einem vielfältigen Programm, das sich mit unterschiedlichen Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung auseinandersetzte.

Als Mitglied im Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage engagiert sich das Gymnasium Finkenwerder seit mehr als zehn Jahren für nachhaltige Projekte zu Vielfalt, Respekt und Zivilcourage. Organisiert wurde der Projekttag von der schulinternen BUNT-AG in Zusammenarbeit mit Lehrkräften sowie zahlreichen externen Kooperationspartnern.

Die einzelnen Jahrgänge arbeiteten altersgerecht an unterschiedlichen Schwerpunkten: Während die fünften Klassen Vielfalt künstlerisch umsetzten und eine Ausstellung gestalteten, beschäftigten sich die sechsten Klassen in Kooperation mit der Bücherhalle Finkenwerder mit dem Leben von Anne Frank. Eine Lesung mit musikalischer Begleitung, eine thematische Auseinandersetzung sowie eine Ausstellung bildeten den Rahmen dieses Projekts.

Der siebte Jahrgang setzte sich intensiv mit dem Thema Alltagsrassismus auseinander. Im Mittelpunkt standen dabei die Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen, Perspektivwechsel sowie Gespräche über Diskriminierung im Alltag.

In Jahrgang 8 stand inklusiver Sport im Fokus: In Kooperation mit den BG Baskets Hamburg erhielten die Schülerinnen und Schüler praktische Einblicke in den Rollstuhlbasketball und kamen mit den Sportlerinnen und Sportlern ins Gespräch.

Die neunten Klassen arbeiteten unter anderem mit dem Verein Jungenarbeit Hamburg und dem Projekt talk about zum Thema queeres Leben und sexuelle Bildung. Jahrgang 10 setzte sich gemeinsam mit dem Verein Kopfsache e.V. mit Fragen der Selbstfürsorge auseinander. Dabei ging es um Stressbewältigung, persönliche Ressourcen und Strategien im Umgang mit mentalen Herausforderungen.

Auch die Oberstufe war eingebunden: Schülerinnen und Schüler der S2 besuchten die Israelitische Töchterschule sowie eine jüdische Synagoge und erhielten Einblicke in jüdisches Leben in Hamburg vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Führung durch das Grindelviertel bildete den Abschluss. Die S4 setzte sich im Rahmen eines Besuchs der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit sogenannten „Gegenstandsgeschichten“ auseinander und erschloss historische Zusammenhänge anhand originaler Objekte.

Im Rahmen des Projekttags wurde außerdem ein neuer Pate für das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ vorgestellt. Nach dem Tod der langjährigen Patin Esther Bejarano im Jahr 2021 übernimmt nun der Hamburger Musikmanager Jörn Menge diese Rolle. Er wird die Schule künftig mit seinem Verein Laut gegen Nazis in der Auseinandersetzung mit Themen wie Rechtsextremismus, Alltagsrassismus und Flucht unterstützen. Geplant sind unter anderem Projekttage, Workshops und Elternabende.

Der Projekttag machte deutlich, dass Vielfalt und Toleranz am Gymnasium Finkenwerder nicht nur thematisiert, sondern aktiv gelebt werden – altersübergreifend, praxisnah und mit starker lokaler Vernetzung.

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