Schüler des GymFi beim Zeitzeugengespräch mit Ivar Buterfas-Frankenthal

Anfang Mai, haben wir uns als eine 23köpfige Schülergruppe, bestehend aus interessierten SchülerInnen der Klassen 8 bis 10, mit der Fähre auf den Weg zur St. Katharinen Kirche gemacht.
Vor Ort fand ein Zeitzeugengespräch mit dem Holocaustüberlebenden Ivar Butterfas-Frankenthal statt. Sein Vater war Jude und so galt er zur Zeit des Nationalsozialismus als Halbjude und wurde somit aufgrund seiner Herkunft von den Nazis verfolgt, obwohl er noch ein kleiner Junge war. Diese Erfahrungen möchte Herr Butterfas-Frankenthal so vielen Jugendlichen wie möglich vermitteln, damit so etwas wie der Holocaust nie wieder geschieht. Diese Haltung betonte der 87jährige während des gesamten Vortrages.
Zunächst begann er mit einem Appell an die fast 500 versammelten Schüler, um gegen den Faschismus und die immer größer werdende Rechtsbewegung in Deutschland und Europa zu kämpfen und zur Teilnahme an der Europawahl aufzurufen.
Anschließend berichtet er von seiner Kindheit und Jugend während der Nazizeit, wobei er auch viel auf andere wichtige historische Ereignisse einging, an die Übergabe Hamburgs an die Briten, die vor der Gesamtkapitulation des deutschen Reichs stattfand.

Im Anschluss an die Schilderung seiner Erlebnisse durften die Schüler Fragen stellen, welche Herr Butterfas-Frankenthal ausführlich beantwortete. Besondere Aufmerksamkeit erhielt hierbei die GymFi-Schülerin Johanna (Jg. 8), die aufgrund ihrer interessanten Nachfrage schon als „nächste Bundeskanzlerin“ von Herrn Butterfas-Frankenthal gefeiert wurde.
Nachdem wir uns zum Abschied noch Visitenkarten von ihm mitnehmen durften, haben wir Schüler die Katharinenkirche verlassen. Hinter dem Gebäude haben wir daraufhin einen Stehkreis zu einer Reflexionsrunde gebildet, in den Herr Koopmann eine Frage warf: Jeder Einzelne sollte beantworten, was er zuvor für Erwartungen hatte, wie sich diese entpuppten und was ihm inhaltlich neu war. Und eines wurde ganz klar: Ivar Butterfas-Frankenthal hatte ein unglaubliches Schicksal und keiner von uns möchte, dass sich eine solche Lebensgeschichte in der heutigen Zeit wiederholt. Egal welche Religion, Hautfarbe oder Sexualität ein Mensch hat, keiner sollte aufgrund dessen verfolgt und ermordet werden.

Hier der Link zum Hamburger Abendblatt:
https://www.abendblatt.de/hamburg/article217125621/Ivar-Buterfas-Frankenthal.html

Julia, Alina und Nele (Jg. 10)

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