„Was ist Deine Mission?“ – Projektarbeit in Nahost

„Mission – was ist Deine Mission?“ Dieser Frage ist das Geschichtsprofil in diesem Jahr in Palästina nachgegangen.

Vom 30.09. bis zum 14.10.2017 reisten 15 Schülerinnen und Schüler und drei Lehrkräfte der beiden weiterführenden Finkenwerder Schulen nach Palästina zu unserer Austauschschule Talitha Kumi in Beit Jala.

Innerhalb der Reisezeit lebten die Hamburger in palästinensischen Gastfamilien, so dass sie einen wirklichen Einblick in die palästinensische Alltagskultur erhalten konnten. Während der gesamten Reise gingen die Schüler der Frage „Mission – was ist Deine Mission?“ nach. In Interviews, Untersuchungen von Gebäuden und immer wieder auch eigenen Reflexionen erfuhren die Jugendlichen aus Finkenwerder viel über den Nahostkonflikt und den Umgang mit der schwierigen Lage vor Ort, lernten sich selbst allerdings auch besser und zum Teil neu kennen.

Die Schüler bei der Projektarbeit

Die zwei Wochen waren voller Highlights, von denen hier nur wenige angerissen werden können. Es wurden beeindruckende historische Bauwerke besichtigt, wie zum Beispiel die Geburtskirche in Bethlehem, die Grabeskirche und die Al Aqsa Moschee in Jerusalem. Durch eine Sondergenehmigung durfte die gesamte Gruppe sogar in den Felsendom – ein absolutes Privileg, das sonst ausschließlich Muslimen vorbehalten ist.

Die Schülerinnen und Schüler haben Interviewpartner getroffen, um diese nach ihrer Mission in diesem schwierigen politischen Umfeld zu befragen. Besonders hervorzuheben sind hierbei sicherlich die Interviews mit dem Bürgermeister von Beit Jala Nicolas Khamis, der Pastorin Gabriele Zander und mit Daoud Nassar vom Tent of Nations.

Besuch beim Baudezernenten Beit Jalas Issa Al Shatleh zu einem Vortrag über den Mauerbau der Israelis

Besuch bei Nicolas Khamis, dem Bürgermeister von Beit Jala

Die Ländereien der Familie Nassar sind mittlerweile nahezu gänzlich umgeben von jüdischen Siedlungen. In den letzten Jahren gab es immer wieder – auch gewaltsame – Versuche, das Land der Familie zu entwenden. In dieser für ihn schweren Situation konnte Herr Nassar die Schüler mit dem Satz „Wir, meine Familie und ich, weigern uns. Feinde der Israelis zu sein“ tief beeindrucken. Viele Schüler gaben an, durch den Besuch bei Daoud Nassar für das eigene Leben inspiriert worden zu sein. Die Schüler der beiden Finkenwerder Schulen konnten das Projekt der Familie Nassar mit ihren eigenen Händen unterstützen: Sie haben einen Tag geholfen, ein Feld zu „entsteinen“.

Auf dem Feld bei Daoud Nassar

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Arbeit auf dem Feld bei Daoud Nassar

Auch der Aufenthalt in Israel hinterließ Spuren bei allen Teilnehmern der Reise. Direkt im Anschluss an einen Besuch in Yad Vashem, der weltweit größten Gedenkstätte an die Shoa, diskutierten die Schüler, ob die Erinnerung an den Holocaust zur persönlichen Mission gehöre und ob diese Erinnerung heute Bestandteil der deutschen Identität sei. Diese Diskussion war so intensiv, wie es wohl in kaum einem anderen Setting denkbar gewesen wäre.

Abschied in Tel Aviv

Den Spuren Kaiser Wilhelms II., der Herrscher einer Weltmacht sein wollte, gingen die Reisenden in Jerusalem in den dort vom Kaiser erbauten Kirchen, der Auguste Viktoria Kirche und der Himmelfahrtskirche, nach.

Neben den vielen spannend-arbeitsreichen Momenten der Reise kamen aber auch die Freizeitaktivitäten nicht zu kurz, so ging die gesamte Gruppe zusammen wandern und im Toten Meer und im Mittelmeer baden. In der Freizeit wurde natürlich auch das eine oder andere gute Geschäft auf dem Basar gemacht.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Fahrt, die den Ansprüchen einer Studienfahrt in allen Belangen gerecht wurde.

Markus Heimbach, Eike Koopmann

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