Meine Sprachreise nach Salamanca (Spanien) - Ein Reisebericht von Toni Grbev (Klasse 10b)
12.01.11
In den Herbstferien war ich vom 2.-11. Oktober 2010 für zehn Tage in Spanien. Allein wäre ich nie auf die Idee gekommen, eine Sprachreise nach Spanien zu machen. Im Frühjahr 2010 hatte meine Spanischlehrerin Frau Wiskamp ein Stipendium für einen Sprachkurs in Salamanca gewonnen. Somit entschied sie sich, das Stipendium an denjenigen zu vergeben, der sich bis zu diesem Zeitpunkt am meisten angestrengt hatte und sich am meisten am Unterricht beteiligte. In der Klasse gab es einige Schüler, die dafür in Frage gekommen wären, aber irgendwie hatte ich Glück und bekam tatsächlich das Stipendium, worüber ich mich sehr gefreut habe.
Die Reise nach Spanien begann am 2. Oktober. Ich flog allein vom Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel über Zürich nach Madrid. Der Flug dauerte ca. zwei Stunden und um mir die Zeit zu vertreiben, habe ich mich mit meinem Sitzpartner unterhalten. Er kam aus Nordspanien, einem Ort in der Nähe von Gijón und war mit seiner Frau im Urlaub in Chicago gewesen. Hier konnte ich zum ersten Mal meine Spanisch-Kenntnisse, die ich in der Schule seit zwei Jahren fördere, testen! Dies war aber gar nicht so leicht. Es ist zwar nicht so schwer, die Sprache zu verstehen, doch war es gar nicht so leicht, selbst frei zu sprechen. Also sprachen wir zwischendurch immer mal wieder Englisch. Und so gingen die zwei Stunden im wahrsten Sinne des Wortes „wie im Flug“ vorüber. In Madrid angekommen, fuhr ich mit der Metro ins Zentrum, suchte mir ein „Hostal“, legte meine Sachen ab und ging ein bisschen ins Zentrum, das abends um 21:00 Uhr voll mit Menschen ist. Am nächsten Morgen ging ich zuerst zum Busbahnhof und buchte mir ein Ticket nach Salamanca - eine Stunde später fuhr ich los zu meinem eigentlich Reiseziel: meinen Sprachkurs in Salamanca anzutreten! Nach drei Stunden kam ich dort an. Da ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so richtig zurecht kam, nahm ich kurzerhand ein Taxi zu meiner spanischen Gastfamilie. Meine Gastfamilie war sehr nett und gastfreundlich. Sie begrüßten mich herzlich und zeigten mir auch gleich mein Zimmer. Ich legte meine Sachen nur schnell ab und dann gab es auch schon Mittagessen. Nach dem Essen zeigte mir meine Gastmutter erst einmal ein bisschen die Stadt, wo sich meine Schule befindet etc. Danach ließ sie mich allein und ich konnte Salamanca ein wenig selbst erkunden! Was ich nicht gesehen hatte, sah ich mir im Laufe der folgenden Tage an. Dabei unterstützten mich manchmal die beiden Gasttöchter.

Da sie selbst zur Schule gehen, hatten sie nicht so oft Zeit. In der Gastfamilie waren in dieser Woche noch zwei Mädchen aus Österreich, die mit ihrer Schule dort angereist sind und ein Student aus Amerika. Mit ihm hatte ich mich eigentlich am meisten unterhalten. Er lernt auch erst seit ca. eineinhalb bis zwei Jahren Spanisch, sodass wir ungefähr auf dem gleichem Niveau waren. Auf diese Weise konnte ich auch ein wenig mein Englisch verbessern, wenn ich einiges nicht auf Spanisch sagen konnte. ;-)
Das Gute an Salamanca ist zum einen, dass es eine sehr alte, historische und sehr schöne Stadt ist. Man kann vieles besichtigen. Zum anderen ist die Stadt sehr gut geeignet für Spanischanfänger. Denn in Salamanca bzw. in dieser Region wird ein sehr sauberes und etwas langsames Spanisch gesprochen. Man versteht somit viel mehr als z.B. in Barcelona, wo die Spanier sehr schnell und Spanisch mit einer katalanischen Färbung sprechen, wenn sie nicht sowieso Katalanisch sprechen. Salamanca ist außerdem die Studentenstadt schlechthin und somit auch Partystadt. Da ich jedoch erst fünfzehn bin, musste ich um 23:00 Uhr zu Hause sein … also bestand für mich nicht wirklich die Möglichkeit auf Partys zu gehen.
Was mir sonst noch auffiel ist, dass die Spanier ziemlich viel essen. Die Gastmutter machte so große Portionen, die eigentlich unmöglich aufzuessen sind. Ich saß manchmal eine halbe- bis dreiviertel Stunde am Essen. Da es ein absolutes No-Go ist, das Essen auf dem Teller zu lassen, habe ich immer brav aufgegessen. Das Essen war köstlich, nur es war einfach wirklich zu viel. Und hätte ich Essen auf dem Teller lassen, hätte die Gastmutter gedacht, das Essen hätte mir nicht geschmeckt.
Von Montag bis Freitag habe ich in der Sprachschule „Universpain“ einen Sprachkurs besucht. Eingestuft wurde ich nach Ableistung des Online-Tests in den Kurs B1 (nach dem Kurs habe ich gemerkt, dass ich eher in den Kurs A2 gehöre). Der Unterricht begann jeden Morgen um 10:00 Uhr. Bis um 11:45 Uhr hatten wir erst einmal Grammatikunterricht. Von 11:45 bis 12:15 Uhr gab es eine kurze Pause, in der man z.B. an einen Computer gehen und im Internet surfen kann. Nach der Pause gab es immer Konversationsunterricht, der bis um 14:00 Uhr ging. Außerdem gab es am Nachmittag immer Angebote der Sprachschule. Beispielsweise gab es eine Stadtführung, einen Kinotag und einmal wurde Paella gekocht. Das Paella-Kochen musste ich ausfallen lassen, worauf ich gleich noch einmal zu sprechen komme. Bei der Stadtführung wurde ich vom Leiter der Sprachschule Juán begleitet. Wir besichtigten z.B. „La Plaza Mayor“, „La Catedral Nueva y La Catedral Vieja“, „La Universidad y Facultad“ und “Unas Iglesias”. Juán erzählte mir zu diesen historischen Gebäuden etwas. Was ich auf Spanisch nicht verstand, konnte er mir auf Deutsch erklären. Denn Juán hat selbst zwei Jahre in Hamburg gelebt und spricht ein bisschen Deutsch. Nach der Stadtführung besichtigte ich selbst noch einige Kirchen und einen Park.
Insgesamt habe ich in der Sprachschule eine ganze Menge gelernt. Das Sprechen auf Spanisch fällt mir jetzt viel leichter. Auch das Verstehen der Sprache hat sich verbessert. Zudem habe ich zwei neue Zeiten gelernt, und zwar das „Pretérito Imperfecto“ und das „Subjuntivo de Presente y Imperfecto“. Den Unterschied zwischen „por“ und „para“ haben wir auch gezielt behandelt. Als letztes habe ich mich im Gebrauch der verschiedenen Zeiten verbessert. Das war für mich eigentlich das Schwerste. Ein Verb in einer bestimmten Zeit zu konjugieren, ist ja nicht schwer. Aber was schwer fällt ist, zu entscheiden, wann man welche Zeit gebraucht! Die Sprachreise hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn der Kurs nicht ganz so leicht war. Ich war mit fünfzehn Jahren der Jüngste. In meinem Kurs gab es noch vier andere „Studenten“. Ein Franzose, ein Niederländer, eine Amerikanerin und eine Australierin. Alle waren mindestens 20 oder älter. Das hat die Sache nicht ganz leicht gemacht.
Außerdem war die spanische Nationalmannschaft vom Freitag bis zum Sonntag in Salamanca. Das war das absolute Highlight für mich! Da der Trainer der Nationalmannschaft „Vicente del Bosque“ aus Salamanca kommt, wurde auf der „Plaza Mayor“ jede Menge aufgebaut. Es gab ein Konzert mit vielen spanischen Sängern, man konnte jede Menge gewinnen und es gab z. B. ein Zelt („La tienda de la Selección“), in dem die ganzen Pokale der Nationalmannschaft („La Selección Roja“) ausgestellt waren, unter anderem der Weltmeisterschaftspokal und der Europameisterschaftspokal.

Außerdem war ich im „Campo del Fútbol“ und hab mir das Training der Nationalmannschaft angeguckt. Der einzige Nachteil war, dass man sich mindestens drei Stunden vorher anstellen musste, um überhaupt ins Stadion zu kommen. Auf der „Plaza Mayor“ habe ich auch noch die litauische Nationalmannschaft gesehen. Sie hatten am Samstag gegen Spanien für die EM Quali 2012 gespielt und 1:3 verloren. Das war der absolute Hammer und auch der Grund, wieso ich nicht zum Paella-Kochen gegangen bin. Die Spieler beim Training zu sehen war mir einfach wichtiger. Am Sonntagmorgen verließ ich die Familie und fuhr wieder zurück nach Madrid, wo ich noch einen ganzen Tag hatte, mir die Hauptstadt Spaniens anzugucken. Ich hatte gerade einmal acht bis zehn Stunden, mir die Stadt anzugucken. Also spezialisierte ich mich auch die größten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Ich besichtigte „La Plaza Mayor“, „El Palacio Real“, „El Ayuntamiento“, „El Santiago Berbabeu”, “El Retiro” usw.

Zum Glück war das Wetter sehr schön, sodass ich den ganzen Tag nutzen konnte. Was mir auch sehr gefallen hat sind die Straßenkünstler. Ich hab mich mit mindestens fünf, wenn nicht auch mehr fotografiert. Madrid ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Wenn man sich die Stadt in Ruhe anschauen will, sollte man sich schon mindestens eine Woche Zeit nehmen. Aber es lohnt sich auf alle Fälle. Der Tag neigte allmählich zum Ende. Am nächsten Morgen ging es für mich wieder nach Hamburg.
Die Reise nach Spanien hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe mehr Spanisch gelernt, zwei wunderschöne Städte besichtigt, neue Freunde gefunden und viele neue Erfahrungen gemacht. Für mich war es wie ein kleiner Test, um zu sehen, ob ich es schaffe mich zurechtzufinden, vor allem mit dem ganzen Umsteigen mit Zug und Flug und in Madrid ein Hotel zu finden, ohne es vorher zu Hause gebucht zu haben. Zum Glück ist alles gut gelaufen, und wenn sich die Möglichkeit ergibt, würde ich so etwas gerne noch einmal machen. Die Sprachreise hat meine Erwartungen auf jeden Fall übertroffen.