„Feindliche Übernahme“ hieß es vom 24.4.- 28.4.2006 in der Hamburgischen Bürgerschaft, denn 121 Jugendliche hatten dieses Jahr wieder die Möglichkeit, an dem Planspiel „Jugend im Parlament“ (JiP) teilzunehmen. Ziel der Veranstaltung, die von der Bürgerschaftskanzlei organisiert wurde, war es, Jugendlichen Politik näher zubringen und ihnen die Chance zu geben, Politik live zu erleben. Das Gymnasium Finkenwerder war in diesem Jahr von drei Schülern vertreten, Sekar Wahjudi, Tristan Ebeling und Carina Six.
Zu Beginn sammelten wir uns alle im Plenarsaal, der uns extra zur Verfügung gestellt wurde. Damit kein Chaos entstehen konnte, stimmten wir gleich nach der Begrüßung des Organisationsteams und dem Bürgerschaftspräsidenten Berndt Röder über unsere eigene Geschäftsordnung ab, die u.a. die Stimm- und Rederechte der JiP-Teilnehmer beinhaltete.
Um alles möglichst realistisch zu gestalten, wählten wir unser Präsidium, das die unparteiische Leitung der Debatten und Abstimmungen übernehmen sollte. Wir entschieden über die Themen der „aktuellen Stunden“ und der Fachausschüsse, die uns besonders interessierten.
Es bildeten sich Ausschüsse zu den Themen Innere Sicherheit, Umwelt, Integration, Soziales, Familie und Jugend sowie Bildung, und anschließend Unterausschüsse, die sich mit spezielleren Punkten beschäftigen sollten. An den folgenden Tagen hatten wir Zeit, um eigenständig Treffen mit Experten und Abgeordneten zu vereinbaren, um uns einem Überblick über die Themen zu verschaffen und uns unsere eigene Meinung bilden zu können. Wir schrieben Resolutionen mit der „aktuellen Situation“, die wir überwiegend aus den Expertengesprächen entnehmen konnten, unseren Schlussfolgerungen und die abschließend unsere Vorschläge und Forderungen an die Bürgerschaft enthielten. Gemeinsam im Plenum entschieden wir abschließend über alle Unterausschussresolutionen, die mit einer Ausnahme alle angenommen wurden. Die Abschlussresolution wurde dann am Freitag Nachmittag zum Abschluss von „Jugend im Parlament 2006“ der Vize-Präsidentin und damit der Bürgerschaft überreicht.
Es stand jedoch nicht nur das Arbeiten in den Ausschüssen im Vordergrund, sondern auch die gemeinsame Debatte des gesamten Plenums. Dies wurde wie im echten Parlament in „Akutelle Stunden“ zusammengefasst. Wir befassten uns dort u.a. mit dem Irankonflikt, der Hauptschulabschaffung und den Integrationsproblemen Jugendlicher an öffentlichen Schulen.
Zusätzlich bot uns „Jugend im Parlament“ die Möglichkeit, bei einer Bürgerschaftssitzung zuzugucken. Wir erlebten dort z.B. eine angeheizte Debatte der echten Parlamentarier über den Atomunfall in Tschernobyl und den damit verbundenen Forderungen zur Abschaffung von Atomkraftwerken. Außerdem konnten wir auch während der Bürgerschaftssitzung jederzeit Fragen über Politik und den Nebenjob Politiker, an die Abgeordneten stellen.
Doch nicht nur die Arbeit stand im Vordergrund. Wir hatten zusätzlich Zeit, unsere Mitparlamentarier kennen zu lernen und neue Freundschaften zu schließen.
Alles in allem bescherte uns „Jugend im Parlament“ viele interessante Erfahrungen, die uns die Politik näher bringen!
Sekar Wahjudi, Carina Six (VS)